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Infrared City

Wenn man heute große Häuser oder ganze Viertel baut, merkt man oft erst nach dem Bau, dass es auf dem neuen Platz im Sommer viel zu heiß ist oder es zwischen den Häusern extrem zieht. Früher hat es Wochen gedauert, das mit Computern zu berechnen.

Infrared City ist ein 2023 gegründetes Startup aus Wien, welches eine Software entwickelt hat, die wie eine sehr schnelle Wetter Simulation funktioniert. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sagt sie voraus wie sich Hitze und Wind in einer Stadt verhalten würden.

Das Ziel war es kein kompliziertes neues Programm zu erstellen, sondern ein leicht zu bedienendes Plugin, dass jeder Architekt verwenden kann.

Das genaue Vorgehen erfolgt ganz simpel.

  • Zeichnen: Als erstes plant der Architekt ganz normal sein Gebäude am Computer.
  • Sofort Check: Die KI zeigt in Sekunden mit bunten Farben auf dem Bildschirm an: Hier wird es im Sommer 40 Grad heiß (Rot), hier zieht der Wind zu stark (Blau).
  • Anpassen: Der Architekt verschiebt das Haus ein Stück oder plant mehr Bäume ein, und sieht, ob es dadurch kühler wird. 

Das Besondere ist die spielerische Komponente. Architekten können verschiedene Baumaterialien testen. Zum Beispiel: „Was passiert, wenn ich die Fassade begrüne oder ein helles Material statt dunklem Asphalt nehme?“ Die KI zeigt sofort den Unterschied in der gefühlten Temperatur an. Das nennt man evidenzbasierte Entscheidung. Man entscheidet nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Daten.

Die Software berechnet nicht nur technische Daten wie „Windgeschwindigkeit“, sondern den UTCI (Universal Thermal Climate Index). Das ist ein Wert für das menschliche Empfinden. Es geht also nicht nur darum, wie warm die Luft ist, sondern wie wohl sich ein Mensch an diesem Ort fühlt (Kombination aus Sonne, Wind, Feuchtigkeit und Temperatur).

Früher hat man Gebäude gebaut und später Klimaanlagen eingebaut, um die Hitze zu bekämpfen.Das generelle Ziel von Infrared City ist es, dass Gebäude gleich so schlau gebaut werden (Ausrichtung zum Wind, Form der Schatten), dass man die Klimaanlage vielleicht gar nicht mehr braucht. Das spart Unmengen an Strom und CO2.

 

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